Zeitung für Schland

F.A.Z., Junge Freiheit und der „Kampf gegen Rechts“

Posted in Briefe an die Herausgeber by Mr. Moe on August 20, 2008

Zu den unangenehmen Eigenheiten der F.A.Z. zählt, dass sie auf ihrer Leserbriefseite nicht nur die Traktate chronischer Israel-Hasser abdruckt, sondern in regelmäßigen Abständen auch auch den nationalistischen Ausführungen von Lesern der „Junge Freiheit“ ein Forum bietet. So beschwert sich Dr. Friedrich Löffler, seines Zeichens Vorstandsmitglied der „Bürgerbewegung pro Deutschland“, über das vermeintlich zu große Interesse des Bundestages an rechtsextremen Straftaten, wohingegen Linksextremismus bagatellisiert werde:

Ziel sei nicht die Aufklärung von Sachverhalten, sondern vielmehr die Bundesregierung zu Stellungnahmen im „Kampf gegen Rechts“ zu veranlassen. Die Angriffe beziehen sich unter anderem auf Hakenkreuzschmierereien, die auch dann der rechtsextremistischen Szene zugeordnet werden, wenn die Täter nicht ermittelt werden können.

Welch in der Tat übereifriger Trugschluss Hakenkreuze Rechtsextremen zuzuordnen! Und ach wie tragisch, es gibt noch weitaus mehr Unheil in diesem Land. Über „vermeintlich rechtsextremistisch motivierte Straftaten“ werde in den Medien vermehrt berichtet, wohingegen ein Angriff auf das Büro der sympatischen Fraktion „Pro Köln“ nahezu unerwähnt geblieben sei:

In der Nacht zum 13. August wurden dort die Fenster mit Steinen eingeworfen und die Hauswand mit Farbbeuteln verschmutzt.

Doch nicht nur die schiere Brutalität und Menschenverachtung des Attentates wissen dabei zu schockieren. Nein, es geht um mehr – um das deutsche Volk:

Das Haus gehört der Stadt, so dass diese beziehungsweise der Steuerzahler für den Schaden aufzukommen haben.

Der Aussage, dass das Geld der Steuerzahler für die Reinigung dieses Hauses zu schade sei, kann wahrlich nicht widersprochen werden.

Zur Einordnung der Person Löfflers vermag man sich den von Löffler unterzeichneten Aufruf des neurechten Instituts für Staatspolitik „Gegen das Vergessen“ (pdf) zu Gemüte führen, der auch in der F.A.Z. abgedruckt wurde:

Am 8. Mai jähren sich das Ende des NS-Regimes und die Niederlage Deutschlands zum 60. Mal. Damit hat dieser Gedenktag für uns Deutsche zwei Gesichter. Zum einen markiert er die Befreiung der Verfolgten, das Ende des NS-Regimes und des Zweiten Weltkrieges in Europa. Zum anderen ist der 8. Mai 1945 der Tag der Niederlage der Wehrmacht, der Beginn der deutschen Teilung und des teilweise grausamen Schicksals der Zivilbevölkerung und der Soldaten in den ersten Nachkriegsjahren.

Mit dem Kriegsende verbindet sich für uns auch die Erinnerung an die Vertreibung von 15 Millionen Deutschen aus ihrer angestammten Heimat, an den Verlust fast eines Viertels unseres Landes und an den Beginn der sowjetischen Unterdrückung Osteuropas. Und so ist der 8. Mai – wie Theodor Heuss, unser erster Bundespräsident, es ausgedrückt hat, die „tragischste und fragwürdigste Paradoxie für jeden von uns, weil wir erlöst und vernichtet in einem gewesen sind“.

Wohl dem, der angesichts solche Worte den Brechreiz zurückhalten kann.

Quelle: F.A.Z. vom 20. August 2008, S. 8.

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